Probert-Wright Bärbel

An der Hand meiner Schwester

Autor: Bärbel Probert-Wright
Buchtitel: An der Hand meiner Schwester
Originaltitel: An der Hand meiner Schwester
Gebunden mit Schutzumschlag: 342 Seiten
Verlag: Weltbild
Genre: Roman
Erstveröffentlichung: 2006

Klappentext

Deutschland 1945: Die Alliierten marschieren ein. Bärbel wird von ihrer Mutter nach Thüringen geschickt, wo die ältere Schwester Eva schon arbeitet, denn Halle ist nicht mehr sicher, die Ostfront rückt immer näher. Doch eines Tages fragt Eva die kleine Bärbel, ob sie mit ihr mitgehen würde, um zur Mutter zurückzukehren. Und mit dem Vertrauen und der bedingungslosen Liebe eines Kindes willigt sie ein und macht sich an der Hand ihrer Schwester zu Fuß auf den Weg. Einen Weg, der von Not, Elend und Toten gesäumt ist, der den beiden Mädchen unvorstellbare Qualen und Angst bereitet. Und der über 300 km lang ist, denn die Mutter ist mittlerweile nach Hamburg geflohen. Nur ein kleiner Holzzug bleibt Bärbel von ihrem alten Leben. Sie trägt ihn immer in der Manteltasche und hat ihn heute noch.


Meine Meinung

Ich hab mit diesem Buch schon lange geliebäugelt, habe dann aber glücklicherweise herausgefunden, dass meine Mama es hat und brauchte es mir deshalb nicht kaufen.

Wie ihr inzwischen wisst, lese ich gerne über den zweiten Weltkrieg. Man kennt soviel an geschichtlichen Fakten, aber man blendet sehr gerne das Leid aus, das daraus entstand. Ich finde, dass man sich damit beschäftigen muss, um es zu verstehen. Und da mein Opa selber als kleines Kind aus Schlesien fliehen musste, interessiert mich sowas sowieso mehr.

Dieses Buch war klasse geschrieben. Zuerst erzählt Bärbel Dinge, an die sie sich aus Hamburg erinnert. Sie war noch ein sehr kleines Kind und hatte eine glückliche Kindheit. Sie wurde so weit wie möglich vor dem Krieg geschont. Aber spätestens seit der Flucht aus Posen, wo ihr Vater bei der Eisenbahn arbeitete, bevor er zum Volkssturm eingezogen wurde, konnte man auch sie nicht mehr davor schonen. Man muss sich einmal vorstellen, wieviel Kraft die 19-jährige Eva und die 7-jährige Bärbel gehabt haben, um diese Reise durchzuhalten! Nicht nur, dass so ein langer Fußmarsch sowieso schon anstrengend ist, mussten sie Schlachtfelder passieren, sich vor Luftangriffen in Sicherheit bringen, litten Hunger, hatten nicht jede Nacht ein Dach über dem Kopf, wurden von Plünderern ausgeraubt und vergewaltigt und trotzdem gaben sie nie auf, sondern gingen immer weiter und haben ja schlussendlich auch ihr Ziel erreicht. Ich habe wirklich einen Heidenrespekt vor dieser Leistung und immer, wenn ich solche Bücher lese oder Filme schaue, denke ich darüber nach, wieviel Kraft ich gehabt hätte. Ich glaube, ich wäre schwach gewesen, aber wirklich wissen kann man das erst, wenn man in der Situation ist und ich hoffe für uns alle, dass wir soetwas nie nie nie erleben müssen…


Fazit

4 Sterne


Statistiken

Gelesene Seiten: 342 Seiten
Lesezeit: 10 Tage
Preis: 0,00 € (geliehen)
Besuchte Kontinente: Europa
Besuchte Länder: Deutschland
Besuchte Orte: ???