Berger Nora

Bratkartoffeln und Rote Beete

Autor: Nora Berger
Buchtitel: Bratkartoffeln und Rote Beete
Originaltitel: Bratkartoffeln und Rote Beete
Hardcover: 448 Seiten
Verlag: Weltbild
Genre: Roman
Erstveröffentlichung: 2009

Klappentext

Deutschland, 1944: Der Soldat Conny und die Krankenschwester Emilia kämpfen jeder auf seine Weise ums Überleben. In der Wirtschaft Pelzer, weit und breit bekannt für ihre Bratkartoffeln mit Roten Beeten, begegen Sie einander und ein blauer Briefumschlag mit einer Liebeserklärung und der Heimatadresse ist alles, was Emilia in Händen hält, bevor sie sich mit Kranken und Verletzten in den langen Flüchtlingstreck nach Westen einreiht. Conny muss, wie alle anderen Soldaten, weiterkämpfen. Doch wie von unsichtbarer Hand beschützt, übersteht er die gefährlichsten Situationen. Die Liebe zueinander hält die beiden aufrecht, lässt sie Frost, Hunger, Kälte und übermenschliche Anstrengungen ertragen, bis sie wie durch ein Wunder wieder miteinander vereint sind….

Ein packender Bericht, beruhend auf Tonbandaufzeichnungen der Eltern der Autorin, erzählt spannend aus dem brutalen Kriegswinter 1944/45 in Deutschland. Eine wahre Geschichte, wie man sie aufregender, aber auch romantischer nicht erfinden könnte!


Meine Meinung

Das Thema war für mich sehr interessant, weil mein Opa zum Kriegsende als kleines Kind auch aus Schlesien vor den Russen fliehen musste… Es war wirklich erschreckend, wie viel Leid die Menschen damals ertragen mussten. Seine komplette Habe zu verlieren, seine Heimat, nur das nackte Leben zu retten und selbst das unterwegs durch den höllischen Winter, den Hunger und die Erschöpfung teilweise noch zu verlieren, seine Toten nicht begraben zu können, sondern sie einfach nur am Wegesrand abzulegen, das kann ich mir alles gar nicht richtig vorstellen. Ich möchte hoffen, das wir so etwas nie erleben müssen! Ich weiß nicht, ob ich die Kraft hätte so etwas durchzustehen… Emilia, die von ihrer Familie getrennt wird, sie wie durch ein Wunder wiederfindet und dann doch wieder verlieren muss, tut mir so unendlich leid. Wenn Menschen in Kriegen sterben ist es immer sinnlos, aber wenn es so kurz vor Kriegsende passiert, ist es noch viel tragischer… Dass die beiden überleben und sich am Ende kriegen war ja klar, aber ich hab mich so für sie gefreut!

Am Anfang hatte ich ein paar Probleme mit dem Schreibstil der Autorin (siehe Zitat), aber eigentlich passt er sehr gut in die Zeit und man gewöhnt sich schnell daran. Ich wollte gar nicht aufhören zu lesen, so packend war die Geschichte, noch dazu, da sie auf einem Tatsachenbericht beruht!


Textauszug

Als Beispiel eines elenden Schachtelsatzes, der in diesem Buch zwar zum Glück nicht so oft vorkommt wie in „Ebbe und Flut“, aber doch oft genug…

„Am liebsten wollte sie selbst in die Stadt, in die Schneiderlehre zu Pjotr Nastorikowitsch, der diese unnachahmlich eleganten und leicht fallenden Kleider kreierte, so eines wie das schimmernde rote Samtkleid mit dem schrägen Faltenwurf und der leichten Schleppe, das die in Tarutina reich verheiratete Anastasia, die ab und zu noch ihre alten Eltern in Mariowka besuchte, beim letzten Mal getragen hatte, der sie immer bewundernd nachsah, wenn sie aufrecht und mit wiegenden Hüften den Hof ihrer Eltern verließ und in die glänzende neue Kutsche stieg, ein prächtiges Gefährt mit zwei feurigen Schimmeln davor.“

Der Satz geht im Buch über 11 Zeilen….


Fazit

5 Sterne


Statistiken

Gelesene Seiten: 448 Seiten
Lesezeit: 4 Tage
Preis: 4,99 €
Besuchte Kontinente: Europa
Besuchte Länder: Polen, Deutschland
Besuchte Orte: ???